Das Institut für Konfliktforschung richtet seit 1971 in Maria Laach jährlich ein Symposium aus, auf dem Themen aus den Bereichen Recht, Psychiatrie (Maßregelvollzug) und Gesellschaft kontrovers erörtert werden.

Zielsetzung

Es gibt kein menschliches Zusammenleben ohne individuelle und soziale Konflikte.

Das von dem Gerichtspsychiater Prof. Dr. Wolfgang de Boor im Jahre 1969 gegründete, ab 1997 von dem Strafrechtler Prof. Dr. Bernhard Haffke fortgeführte, in seiner Nachfolge von Rechtsanwalt Prof. Dr. Günter Tondorf, und seit 2009 nunmehr von Rechtsanwalt Dr. habil. Helmut Pollähne wissenschaftlich geleitete Institut erforscht die Ursachen, die Verhütung und die Lösung von Konflikten.

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PROF. DR. NORBERT KONRAD, Berlin (l.),
Vorsitzender, Institut für Konfliktforschung e.V.;
PROF. DR. JUR. HABIL. HELMUT POLLÄHNE, Bremen (r.).
Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Konfliktforschung e.V.

Symposium 2022

Das 49. Symposium des Instituts für Konfliktforschung e.V.
und des Vereins
 Deutsche Strafverteidiger e.V.,
Frankfurt am Main, findet am

7. und 8. Mai 2022 in Maria Laach statt
und hat das Thema

Entziehungsanstalten
im Übermaß?

Strafe – Sucht – Therapie – Reform des § 64 StGB

Maria Laach Terrasse

Das verflixte 49. Symposium

Ein doppeltes Lottchen und/oder: dreimal ist Bremer Recht …

Bereits Ende 2019 wurde das 49. Symposium für 25./26. April 2020 avisiert, Thema: „Flucht – aus der Verantwortung. Migration, Trauma, Ausländerrecht“. Corona machte einen dicken Strich durch jene Rechnung, das Symposium wurde verschoben auf 2021. Und die Pandemie führte abermals zum lockdown: Auch wenn das Thema „Flucht“ sicher nicht an Brisanz verloren hat und in Anbetracht des Afghanistan-Debakels und der zunehmenden Auseinandersetzungen an den sog. EU-Außengrenzen aktuell eher mit einem Wiederaufflammen der damit verbundenen Migrations-Konflikte zu rechnen ist, musste das Projekt zunächst einmal zurückgestellt werden (aufgeschoben ist aber auch hier nicht aufgehoben).

Apropos Corona: Das IfK nicht ist der Versuchung erlegen, die damit vielfältig verknüpften Konflikte im Rahmen eines Symposiums zu „erforschen“. Der Kelch ist an unseren Kund*innen vorüber gegangen – Zum Glück, mögen viele denken. Dass der Umgang mit einer Pandemie im Allgemeinen und mit SARS II im Besonderen gerade auch in unserem thematischen Tableau einige interessante Anknüpfungspunkte böte, stand und steht außer Frage, und dennoch: Wir wollen nach vorne schauen (und sind doch aktuell eher von der Sorge befallen, auch im Frühjahr 2022 könnten uns die Viren einen weiteren Strich durch die Rechnung machen).

Stattdessen die Zuflucht zu einem geradezu klassischen IfK-Thema – der Maßregelvollzug in sog. Entziehungsanstalten, vor dem Hintergrund einer (sicher auch 2022 noch) andauernden Reform-Diskussion: Also keineswegs eine Verlegenheits-Lösung, sondern ein sich geradezu aufdrängendes Symposium. Konflikte allenthalben, sowohl beim derzeitigen Zustand des Maßregelvollzuges gem. § 64 StGB „im Übermaß“ als auch in Anbetracht dessen, was jene Reform-Debatte zu bieten hat. Die nicht ‚nur‘ quantitative sondern damit unausweichlich auch qualitative Not der Entziehungsanstalten wird – so viel sei vorhergesagt bei allem Misstrauen Prognosen gegenüber – in der gerade anlaufenden Legislaturperiode des neuen Bundestages zu gesetzgeberischen Aktionen führen. Auch so gesehen ist das 49. Symposium am 7./8. Mai 2022 „Entziehungsanstalten im Übermaß? Strafe – Sucht – Therapie – Reform des § 64 StGB“ sehr gut platziert. Möge Corona sich gefälligst zurückhalten …

Aber selbstverständlich würde es dem IfK und Maria Laach nicht gut zu Gesicht stehen, eine schlichte Reformdebatte zu § 64 StGB zu führen: Die Punkte „Strafe – Sucht – Therapie“ sind durchaus umfassender und grundsätzlicher gemeint. Es geht (zumindest auch) um Drogenpolitik, um Vollstreckung und Verteidigung, um Blicke über den nationalen Tellerrand sowie in Königswege und Sackgassen. All das wie immer interdisziplinär und quer durch alle beteiligten Gruppen aus Theorie und Praxis.